Lebensformel

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Lebensformel

Beitrag  Hubert Laufer am Di Mai 24, 2011 2:34 pm

Ansichten eines  Autodidakten und Grenzgängers !

Ein kurzer Hinweis für jeden Erstleser .Dieser Text wird von mir, Hubert Laufer , selbst verfaßt und enthält autobiographische Skizzen , Erfahrungen und Einsichten .Es ist möglich , dass einzelne Gedanken erst verstanden werden , wenn Sie ständig die Fortsetzungen studieren .Aus persönlichen Gründen kann der zeitliche Rahmen nicht genannt werden , in dem das Manuskript abgeschlossen ist . Weise aber darauf hin , dass ich fertige Manuskripte vorliegen habe , die sich konzentriert mit meinen Themen befassen . Im Folgenden werden diese erzählend erläutert .- Näheres ist auch auf meiner HP nachzulesen .
WICHTIGER HINWEIS FÜR ALLE LESER : Ich beobachtete , dass ich schon mal einen Schreibfehler mache , den ich nach der Entdeckung korrigiere . Bedenken Sie bitte : Der Text wird spontan geschrieben . Er ist folglich aus meiner Sicht ein Entwurf , der leicht geändert werden kann , aber inhaltlich die Aussage behält .

LEBENSFORMEL

wird ein langer Text , der sporadisch ergänzt wird . Die These lautet : Jeder unterliegt einer Lebensformel , die für alle unterschiedlich BEURTEILT WERDEN KANN , aber einen gemeinsamen roten Faden beinhaltet . Falls Sie selbst einen kurzen Beitrag leisten möchten , kann dieser mit Ihren Namen veröffentlicht werden . Damit Sie meine These nachvollziehen können , muß ich weit ausholen , so dass Sie immer wieder mal reinschauen sollten . Die Absicht ist Ihnen mit der Zeit diese These so ausführlich zu erörtern , dass sie diese akzeptieren - können .

EINFÜHRUNG

Jeder interessierte Leser sollte berücksichtigen , dass ich mich um sachlich distanzierte Argumente bemühe . Es ist nicht zu verhindern , dass beinahe jeder sagen kann : Das ist anders zu sehen oder zu bewerten . Deshalb sollte mein Text unbefangen gelesen werden - können , selbst wenn es mitunter Binsenweisheiten zu sein scheinen .
Das Skript ist als Vermächtnis angelegt und beinhaltet ein gutes Allgemeinwissen . Es stört mich schon lange , dass die Naturwissenschaft fast kritiklos favorisiert wird . Damit jeder registrieren kann , dass es mir um eine praktische , lebensnahe Konzeption geht , erwähne ich verkürzt die Atomenergie . Die Details kennen alle . Deshalb genügt die Zusammenfassung , um später meine Aufgabe und mein Ziel zu verstehen .
Seit den 5Oiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Atomenergie als Energie der Zukunft gepriesen . Haben die Forscher , die Politiker die negativen Seiten einfach nur verdrängt ? Nicht Tschernobyl , sondern die Unglücke in Japan brachten das Umdenken . Zunächst will Deutschland aussteigen . Andere Staaten werden diese reduzieren . Wir wissen aber von großen Volkswirtschaften , wie Frankreich , Rußland und China , dass sie diese Energieform ausbauen möchten .-- Ich erinnere daran wieviel tausend Menschen damit befaßt waren , solche Kraftwerke zu ermöglichen . Alle die daran bauten, konnten sagen :" Wir sind beauftragt daran zu arbeiten . Schließlich müssen wir Geld verdienen , um zu leben . " -- Mir ist derjenige bekannt , der frühzeitig die Zukunft der Windenergie für sich zu nutzen wußte und lange als ein führender Anbieter galt . Inzwischen sind Investoren eingestiegen und er hat alles verloren haben . -- Damit möchte ich erwähnen , dass ich nicht technikfeindlich bin .-- Wir wissen alle , dass ohne den technischen Fortschritt der letzten Jahrhunderte kein Wohlstand in den Industrieländern möglich gewesen wäre .Trotzdem ist es bedauerlich , dass dies auf Kosten einer immer größer werdenden Zahl von Menschen geschieht , ohne dass die Politik oder die Gesellschaft hellhörig werden .In Spanien sind bis zu 4O% der jungen Leute bis 25 Jahre ohne Job . Letztes Beipiel , dass für mich in der Konsequenz schockierend ist:Gehört Mai 2O11 . Der Börsenhandel wurde voll computerisiert . Das heißt , ganz wenige Menschen kontrollieren nur noch , ob die Computer richtig arbeiten . Das bedeutet , den weltweiten Geldverkehr haben die Menschen in die Hände der Maschine gegeben . Bei einem Crash wären die Folgen katastrophal , wie Kritiker schon erwähnten . --- Jeder sollte sich bei meinen kurzen Angaben motivieren lassen meine empirischen Angaben zu vertiefen oder zu überprüfen .--
Die durchgängige Meinung ist in sämtlichen Wirtschaftsbereichen : Die frei gesetzten Menschen haben die Freiheit eine andere Aufgabe zu übernehmen .-- Natürlich ist dies bis zu einer bestimmten Grenze richtig . Aber es sind inzwischen zuviele , die nicht mehr gebraucht werden , weil Verantwortliche meinten , dass die Maschinen billiger und effizienter produzieren können .
Damit betone ich , dass ich mich um eine ausgewogene Meinung eines unabhängigen Beobachters bemühe .

DAS LEBEN BEGINNT .

Für die Absicht dieser Ausführungen stelle ich fest : Nur zum Zeitpunkt der Geburt sind wir für wenige Minuten alle gleich . Als Nesthocker , wie uns die Fachleute nennen , leben wir bald danach in ungleichen familiären , sozialen , aber auch gesellschaftlichen Voraussetzungen . Letztere erkennen wir erst als Erwachsene . Welche Konsequenzen diese Unterschiede für unser Leben haben , wird zuweilen diskutiert , aber politisch verdrängt .
Zunächst erwähne ich die Sprachentwicklung . Jedes Kind ist darauf angewiesen , dass die Erwachsenen sehr früh den sprachlichen Radius ausdehnen .

Bei meiner Geburt hatten meine Eltern gerade ihre berufliche Existenz durch eigene Fehler und die hohe Inflation verloren . Es ist insgesamt unwichtig , aber kaum noch vorstellbar , wie wir als Familie überlebt haben . Meine Mutter gestand mir , dem Elfjährigen , dass sie mehrfach ihren Vater um Hilfe gebeten hatte , der zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr aktiver Landwirt war . Und als Erwachsener mußte ich einsehen lernen , dass ich als jüngstes Kind zudem in einer soziales Umfeld hineingeboren wurde , in dem wenig gesprochen wurde . Als Nachzügler mit großen Abständen zu den älteren Brüdern wurde ich sofort als der Kleine eingeordnet . Was ich erst Jahrzehnte begreifen konnte , war , dass die berufliche Niederlage meinen Vater seelisch geistig überforderte . Er zerbrach an ihr , so dass er zufrieden sein konnte bei der Stadt als Angestellter arbeiten zu können . Im Alter erinnerte er sich gern daran , dass er die Meisterprüfung geschafft hatte , während andere durchgefallen waren . Aber nach der Aufgabe der Bäckerei , wollte er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten . Er hielt es wohl für zu erniedrigend als Geselle zu arbeiten .
Diese Atmosphäre , dass wissen alle Wissenschaftler , belastet die Familie enorm .

DIE KRANKHEIT

Möglich , dass die Eltern erst dachten : Der Junge hat eine Kinderkrankheit , die bald vorübergeht . Jedenfalls wurde ich mit etwa einem Jahr schwer krank , ohne dass der Dorfarzt diese Erkrankung diagnostizieren konnte .- Es wurde ernsthaft erwähnt , dass ich wohl sterben würde , wenn ich nicht bald etwas essen und gesunden würde . - Die Hebamme soll einen Brei zusammengerührt haben , den ich plötzlich aß . -- Es wurde beobachtet , dass ich nur sehr schwer laufen lernte . Immer wenn ich Kleinkinder laufen sehe , wie sie meistens stolz ihre Beine bewegen , denke ich daran : Wie bist du gelaufen ? Haben die Erwachsenen nicht sehen wollen , dass du links auf den Zehen liefst ?
Mit sechs Jahren wurde die verkürzte Achillessehne in der Uniklinik in Breslau verlängert . Im Krankenzimmer sah ich zwar Gleichaltrige , die sogar im Gipsbett lagen , aber im familiären Umfeld war ich nach der Gipsabnahme das einzige Kind , welche Gehprobleme hatte . Trotzdem begann die Zeit , die mich darin bestärkte zu sagen , dass ich ein Grenzgänger war und geblieben bin . Nun sah niemand mehr den Muskelschwund und auch nicht , dass ich den linken Fuß nicht aktiv bewegen konnte . -- Die vielen Stürze beim Gehen bewirkten , dass ich laufend von anderen Kindern ausgelacht wurde . Jedes Mal mußte ich die Wut runterschlucken , weil ich nicht verstehen konnte , warum ich ausgelacht wurde . Ich freute mich schon auf die Schule .

DIE SCHULE

Nach wenigen Tagen ertrotzte ich mir , dass ich allein zur Schule gehen durfte . Das war möglich , weil in unserer Gartenstadt Brieg der Verkehr nicht so stark war . Dies ist heute kaum noch vorstellbar . Aber welche geistigen Impulse erhält ein Kind , wenn zu Hause keine Bücher vorhanden sind und keine Anregungen durch Erwachsene gegeben werden ? Die Frage beobachte ich bis heute . Mitunter heißt es zwar :
Die familiäre Situation entscheidet wesentlich über den Bildungsweg .
Mir ist schon bekannt , dass Einzelne von Lehrern u.a. Menschen gefördert wurden . Aber der aufmerksame Leser sollte berücksichtigen , dass nicht alle Begabten als Überflieger erkannt und gefördert werden .
Inzwischen gibt es einen gegenteiligen Trend , der beinhaltet , dass Eltern den Kindern zuviel abverlangen , so dass Einzelne überfordert sein können .
Die Politik sollte auf beide Voraussetzungen reagieren können . Vielmehr werden im 21. Jahrhundert die Eltern und Lehrer allein gelassen . Das modische Wort lautet :
SELBSTVERANTWORTUNG !
Dabei weiß die moderne Gesellschaft , dass die überzogene Individualisierung nicht wenige Menschen überfordert für sich selbst Maß und Mitte zu finden . Viele Heranwachsende gelten bereits als volljährig , drücken aber noch die Schulbank . Der Lehrer muß also den erwachsenen Schüler fragen , ob die Eltern über das Schulproblem X informiert werden dürfen .

Wer bereit ist , die unterschiedlichen Sachverhalte fair zu sehen , wird verstehen , dass ich meine Erfahrungen dazu nutzen möchte , um auf aktuelle Defizite hinzuweisen . Die ersten Schuljahre verliefen für mich problemlos . Aber meine poliobedingte Gehbehinderung , die keiner sah, belastete mich sehr . Denn als ich zehnjährig eine HJ-Uniform bekam , um bei dieser Jugendgruppe mitzumachen , mußte ich erfahren , wie ich ausgelacht wurde ,weil ich die Körperertüchtigung nicht so schaffte wie es in diesem Alter üblig war .

Ich konnte später nur Vermutungen anstellen , warum mich meine Eltern bei anderen nicht verteidigten . Insgesamt war unserer Familie sprachlos und dies direkt und indirekt im Umgang miteinander , aber auch in der existenziellen Situation  . Da meine Brüder bereits  erwachsen waren , fühlte ich mich wie ein Einzelkind .
Die Schulzeit wurde jäh unterbrochen als wir in wenigen Stunden die Heimat verlassen mußten .

DIE FLUCHT .

Es dürfte klar sein , dass meine Eindrücke bestätigen sollen , wie ich Argumente erarbeitete ,  die im täglichen Miteinander  wenigen  bekannt sind .
Als 1O jähriger Junge verstand ich selbstverständlich nicht , was das bedeutete aus der Heimat fliehen . In der Erzählung WINTERBLUMEN versuchte ich meine Erlebnisse aus der Sicht des Jungen zu beschreiben .
Wichtig für diese Absicht ist , dass meine Mutter und ich bei einem niederbayrischen Bauern landeten . Die Mundart verstanden wir zunächst überhaupt nicht . Der Bauer war hoch zufrieden , dass meine Mutter melken und deshalb mitarbeiten konnte . Für mich war es jedoch unverständlich und schockierend als ich das erste Mal hörte : "Ihr seids Ausländer." Waren wir in Schlesien nicht stolz darauf Deutsche zu ? Hatte mein Vater nicht Existenz und Leben für Deutschland eingesetzt ?
Die inhaltliche Meinung der Einheimischen , wie sie auch aus allen Gegenden berichtet wurde , war , dass man sich von den zwangsweise Zugewiesenen distanzieren wollte . Aber kaum jemand wird geahnt haben , dass sich dahinter auch ein menschliches Phänomen versteckte . Die lokalen Befindlichkeiten und Eigenheiten , die zuweilen als Lokalpatriotismus bezeichnet werden , wurde erheblich gestört und relativierten sich vorübergehend .
Für mich als Jungen brach eine Welt zusammen . Dabei muß ich so still und in mich gekehrt gewesen sein , dass ich vom Bauern als braver Bub bezeichnet wurde . Man geht noch immer davon aus , dass Kinder sich unbekümmert austoben und damit oft die Erwachsenen ärgern . Hatte meine Mutter meine nachdenkliche Ader registriert , so dass sie mir nach der Flucht ausführlich die familiäre Geschichte erzählte ?  Oder sah sie in mir einen guten Zuhörer für den  nicht der Spruch zutraf : " Von Kindern und Narren , erfährt man die Wahrheit ." Ich schwieg gegenüber allen über das Wissen , welches mich jedoch sehr belastete , wie ich mit der Zeit feststellen mußte .
Die Flucht hatte folglich meine Kindheit beendet . Nun wunderte ich mich über  die Erwachsenen , die mich noch als Kind betrachteten und sagten : " Davon verstehst Du nichts." Dass ich eigentlich traumatisiert war , hatte ich erst Jahrzehnte später verstanden , als solche einschneidenden Erlebnisse als behandlungswürdig erkannt worden waren .

BILDUNG

Die Wissenschaft weiß , dass die Bildung sehr früh beginnt . Ich schreibe jedoch keine wissenschaftliche Studie , sondern möchte die Empfindungen und Erfahrungen mitteilen . Dabei sah ich in einem vieljährigen Lernprozess ein , dass jeder zwischen den Stühlen sitzen kann . Allerdings vermute ich sehr stark , dass viele diese Situation erst wahrnehmen , wenn sie in Konflikten , diese selbst erleben . Ich war gehbehindert , obwohl das niemand in der Konsequenz nachvollziehen wollte . Meine Mutter hatte mir auch erzählt , dass der mit 19 Jahren gefallene Bruder die höhere Schule verlassen mußte , weil sie das Schulgeld nicht bezahlen konnten . Diese Angst hatte sich bei mir so in mein Gedächtnis gebrannt , dass ich mich weigerte eine schulische Weiterbildung zu beginnen , obwohl mein Vater aufgrund meiner Leistungen das befürwortete . Für mich war nicht unwichtig , dass ich mich nonverbal gegen den Vater durchgesetzt hatte und den Willen der Mutter hinnahm , denn stillschweigend litt ich darunter . Ich wollte eigentlich weiter die Schulbank drücken . Aber was wollte ich lernen . Es war die Zeit und die regionale Situation , dass es nur für wenige eine Auswahl gab . Es wird nicht in den Geschichtsbüchern notiert, dass unzählige Kinder keinen frei gewählten Beruf ergreifen konnten , weil solche Einzelheiten untergehen .Flüchtlingskinder waren oft benachteiligt . Diejenigen , dies es betraf , haben kaum ihre Erfahrungen festgehalten oder sie wurden nur im engsten Familienkreis bekannt . Ein bekannter Breslauer Flüchtling empfahl nun , dass ich mich bei der Post bewerben sollte . Einer von elf Prüflingen sollte angenommen werden . Tatsächlich bestand ich die Prüfung . Trotzdem wurde ich nach der Gesundheitskontrolle nicht genommen .Der Weißkittel herrschte mich an :" Warum hast Du das nicht ausgefüllt . " --- " Davon hat mir niemand nichts gesagt ."-- " Also hat Dir jemand was gesagt" .-- Dieser winzige Dialog sagte mir nachträglich sehr viel , weil mir einiges klar wurde .-- Nach Wochen erhielt ich die Antwort von der Oberpostdirektion : "... es ist wichtiger Kriegsversehrte einzustellen ..." . Ich fiel aus allen Wolken zumal mir mein Vater den Vorwurf machte : " Das mit dem Bein hättest Du doch nicht sagen brauchen ." Und sein Blick sagte  : Auch das noch . Du bist ein Krüppel . So empfand ich dessen Verhalten . Die Eltern hätten etwa Widerspruch dagegen einlegen können . Aber sie waren zu obrigkeitsgläubig , wie das genannt wurde . Nach dem Motto : Schicksalsschläge  muß jeder annehmen und verkraften .
Ich bemühte mich meine Eltern verstehen , weil ich spürte , dass ihnen die Kraft für einen Neuanfang fehlte und sie sich selbst als alt einstuften .
Dabei empfand ich ein Schuldgefühl bezüglich der politischen Vergangenheit , was ich bis heute kaum vermitteln kann . Denn mein Vater war als alter Kämpfer Täter und Opfer , wie ich deutlich spürte ,ohne dass er dies für sich und andere verbalisieren konnte .

FREIHEIT

"Der Mensch ist frei geschaffen , ist frei und wird er in Ketten geboren " , wird gern F.Schiller zitiert . Aber welche Freiheit besitzt der Mensch wirklich ? In einem Aufsatz habe ich die Frage vertieft . Momentan möchte ich auf den lebensnahen Aspekt hinweisen . Pauschal skizziert entwickeln wir einen selbständigen Willen und fordern dies und jenes gegenüber den Erwachsenen . Das Erwachsen werden beginnt mit der Einsicht das eine oder andere selbstverantwortlich regeln zu wollen und zu können .
"Jeder ist seines Glückes Schmied " , ist eine weitere unausrottbare Volksmeinung , die ich persönlich und allgemein als rosarote Brille einordne  .
Die Erwachsenen müssen ( dieser kategorische Imperativ ist sachlich gemeint ) das Kind in seiner Begabung fördern . Aber wie können sie das , wenn sie weder die geistigen noch die sozialen Voraussetzungen dafür besitzen ?-- Mein Vater konnte keine Antworten darüber geben  , warum die politische Führung das unvorstellbare Leid vielen Millionen Menschen zugefügt hat . -- "Laßt mich damit in Ruhe , ich will nichts davon wissen ." - Aber Millionen Menschen wurde eine Lebensituation aufgebürdet , die sie nie selbst gewählt hätten , der sie sich aber auch nicht entziehen konnten . Jeder ist stets eingebunden in die Rahmenbedindungen , die ihm die Familie , die Gesellschaft , aber auch die Politik vorgeben . Innerhalb dieses Radius ist es möglich , dass sich der Einzelne frei bewegen oder das Leben frei gestalten kann . Aber ist allen bewußt , dass wir über die Grenze darüber hinaus kaum nachdenken ?
" Die Freiheit ist immer auch die Freiheit des anderen " , wird Rosa Luxemburg zitiert . Trotzdem wird dieser idealistischen Vorstellung von Freiheit der Wettbewerb übergestülpt .

WETTBEWERB

Es erscheint als Binsenweisheit , dass der Wettbewerb untereinander in den Kinderschuhen beginnt .Trotzdem suggerieren uns die öffentliche Meinung und die allgemeinen Gesetze : Es gibt eine Chancengleichheit . Worin besteht diese , wenn die Eltern nicht die seelisch geistige Kraft besitzen , diese für ihre Kinder wahrzunehmen ? Diese Feststellung möchte auf die zeitlose Diskrepanz zwischen idealistischer Vorstellung und der existenziellen Wirklichkeit hinweisen . - Vielen meiner Generation hatten die politischen Vorgänge die Kindheit geraubt . Dies wird in keinem Geschichtsbuch stehen , aber auch nicht , dass quer durch Deutschland nicht genügend Ausbildungsplätze vorhanden waren , die eine freie Berufswahl unmöglich machten . Die Kirchen hatten Lehrwerkstätten eingerichtet , um uns von der Straße zu holen . Der erlernte Handwerksberuf war nach den Lehrjahren überholt und diente lediglich dazu den Abschluß zu belegen .
Für mich begann eine Zeit des Suchens , die natürlich unzählige andere auch hatten . Mein Schulfreund Egon war aus Hamburg evakuiert worden und mußte nun auf Wunsch der Pflegeeltern Spengler werden , weil sie hofften , dass er ihren Betrieb übernehmen könnte . Für wenige Jahre hatten wir uns aus den Augen verloren . Als ich nach seiner Adresse forschte erfuhr ich , dass er 21jährig nach einer Blinddarmoperation verstorben war . Damit möchte ich  an ihn erinnern und an die vielen , die auf Flucht als Kinder ihre Angehörigen verloren haben oder verstorben sind .
Insofern ist die Idee des Wettbewerbs eine zeitlose Aufgabe , aber ob wir daran teilnehmen können , hängt von verschiedenen Faktoren ab , die wir häufig gar nicht beinflussen können . Immer öfter hören wir gegenwärtig , dass Eltern ihre Kinder zeitlich und persönlich überfordern , weil viele möchten , dass ihr Kind die besten Lebenschancen erhält . Das ist zunächst einmal das , was ich vermißt hatte .Aber bei Lichte betrachtet , findet jetzt der gegenteilige Trend statt . Es wird regelrecht von einem zunehmenden Druck gesprochen dem die Heranwachsenden ausgesetzt sind . Diese ehrgeizigen Eltern möchten ihre Kids zu kleinen Erwachsenen machen , die ich und viele Altersgefährten zwangsläufig waren .Damit ist der Spruch zutreffend : Zuviel und zu wenig ist ein Ding .
In der Konsequenz wissen die Eltern nicht , ob ihr Kind die zeitliche Anspannung so einordnen kann oder es später sagt : Ich hatte eine verlorene KIndheit . Es gehört folglich auch die Einsicht dazu , den natürlichen Wettbewerb mit Augenmaß zu sehen . Denn letztlich entscheiden die Beziehungen , wie das Leben unter sozialen und existenziellen Gesichtspunkten verläuft .

BEZIEHUNGEN

Eine der wichtigsten Grundsätze , die ich nach einer langen geistigen Auseinandersetzung mit  verschiedenen Sachgebieten und vielen direkten Erfahrungen gefunden habe lautet :
       WIR LEBEN IN DER BEZIEHUNG ZU ANDEREN ,
       OHNE DIESE BEZIEHUNG IST KEIN LEBEN MÖGLICH !
Dieser Satz sollte von jedem lebensnah überprüft werden . Gerade weil uns die öffentliche Meinung suggeriert , dass wir alle ein individuelles Leben führen , wird die gegenseitige Abhängigkeit nicht erkannt oder massiv verdrängt . Dabei erinnere ich an die Lebenssicht des Induvidualismus , der inhaltlich das eigene Wollen und können in den Mittelpunkt stellt . Wir können auch sagen : Viele leben in einer ICH-Welt und täuschen sich über ihre eigenen Lebensbedindungen .
Mir wurde seit ich bescheiden laufen konnte klar , dass ich auf andere angewiesen bin . Obwohl mich Mitschüler als Rechenkünstler besonders beim Kopfrechnen titulierten , fand ich keinen Erwachsenen , der meine Begabung für förderungswürdig erachtete .
Die Handwerkslehre in der Gruppe von dreißig Mitlehrlingen war für mich ein einiges Spießrutenlaufen , weil ich ständig gehänselt wurde . Nur der gleichaltrige Franz D. schützte mich vor besonderen Angriffen und beteiligte sich nie an den groben Scherzen . Diese behalte ich für mich , weil es mir die Scham verbietet diese zu erläutern . Zu Franz D. entwickelte sich eine nonverbale Freundschaft , die wir beide nach Lehre nicht fortsetzten , weil wir die Adressen nicht austauschten und damals weit voneinander unser Leben neu begannen . Diese Geschichte zeigte mir , dass ich mühsam einsehen mußte :Ich war nachdenklicher als die meisten meiner Altersgefährten .
Für Jüngere ist festzuhalten , dass es je nach dem Beruf und der Örtlichkeit darauf ankam , ob man Anfang der 5Oiger Jahre Arbeit und Brot fand , wie es der Volksmund gerne meint . Das Leben in der Fabrik fand ich schlimm , weil ich in der Arbeit registrierte , dass es nur darauf ankam die Handgriffe schnell und richtig auszuführen , um den Akkord zufriedenstellend zu schaffen . - Am Abend besuchte ich etliche Volkshochschulkurse und las Bücher , die mich laut Titel beeindruckten . So stieß ich auf Dostojewski und begeisterte mich an dessen pschologischen Erzählkünsten . Meine geistige Basis erhielt ich durch das Buch "Aufstand der Massen" . Diese Buch hatte mir eine ehemalige Klavierlehrerin empfohlen , die  um zu überleben als Haushaltshilfe bei meiner Vermieterin arbeitete .
Dieser spanische Philosoph Ortega y Gasset hat uns mit diesem Buch bereits um 193O den Spiegel vorgehalten . Deshalb ist das Buch weitgehend unbekannt , weil wir die "Wahrheit" gern verdrängen . Die wenigen geschilderten Begegnungen können verdeutlichen , dass ich auch diese Beziehungen meine , denn ohne geistige Beziehungen leben wir in der Nichtauseinandersetzung (Nonkonfrontation)  mit den vorhandenen Schöpfungen des Geistes .
Der allgemeine Bildungsweg ist aber so theoretisiert , dass diesem die geistige Auseinandersetzung mit der praktischen Wirklichkeit fehlt . Trotzdem bestimmen Theoretiker in allen Fachgebieten die Realität . Das wird zwar mitunter kritisiert , aber kaum geändert . Momentan arbeiten Studenten häufig um ihren Lebensunterhalt zu festigen . Diese jungen Erwachsenen sammeln folglich praktische Erfahrungen , die viele mit sozialen Beziehungen nicht kennenlernen , weil sie dies nicht benötigen , wie sie meinen . Welche Schicksale die 5Oiger Jahre parat hatten , möchte ich an einer erlebten Begegnung mitteilen .

DER HEIZER

Der hagere , betont langsam sprechende Mann fiel mir im Umkleideraum auf . Sofort dachte ich : "Wie kommt der in diesen Betrieb ." Die meisten Arbeitnehmer haben ihre Rolle angenommen . Dabei erinnerte ich mich an die Kollegen in einer anderen Firma , die zwar ein Bier zum Einstand erwarteten , aber ohne kritische Anmerkungen Plumpsklos akzeptierten . Als ich diese erwähnte; hieß es lapidar : "Der Alte will das so." Dieser Chef war über 8O Jahre . Dessen Autorität wurde folglich  klaglos hingenommen . Solche Erfahrungen bestätigten mich in dem Satz : DIE MEHRHEIT IST HIERACHISCH DEMENIERT ! Hatte mein Vater nicht oft gesagt : " Die da oben regeln das . Wir hier unten können nichts dagegen tun !"- Später fiel mir auf , dass die Stammbelegschaft  dieser Firma in werkseigenen kleinen Häusern wohnten und so existenzielL abhängig waren und ihr Selbstbewußtsein an der Pforte abgegeben hatten .

Der Job des Heizers war bis etwa Ende der 5Oiger Jahre eine schwere Maloche war . Er mußte Schaufel für Schaufel die Kohle in das Feuer werfen und hatte nur kleine Atempausen . Als die große Maschine zur Produktion von Isoliermatten ausfiel , ging ich sofort in den Heizraum . Was sah ich da ? Der Mann hatte ein Algebra - Buch vor seiner Nase , las darin und machte sich auch Notizen .-- Gleich kamen wir in ein anregendes Gespräch , so dass  ich die Pausen nutze , um mit ihm zu sprechen . Er erzählte mir begeistert von Wolfgang Borchert . Dieser Nachkriegsdichter starb bereits 27jährig . Wahrscheinlich an einer Lungenerkrankung , die er sich als Soldat zugezogen hatte .Dessen Antikriegs - Apell :" Wenn ihr nicht nein sagt..." , bleibt eine zeitlose Mahnung .
Der Heizer erzählte mir , dass er bereits mit dem Studium angefangen hatte als er Soldat werden mußte . Nach dem Krieg habe er den Neuanfang nicht geschafft , wie ich das  neutral formulieren möchte  . Die Arbeit als Heizer hatte er angenommen , weil er überleben wollte . In einem Gespräch stellte ich ihm als Suchender  die für mich wichtige Frage :" Findet man denn eine Aufgabe als Einzelner ? "  Er antwortete in seiner nachdenklichen Art : " Die meisten finden diese . Ich habe sie aber nicht gefunden ."
Bevor ich in den Gesundheitsdienst wechselte wollte der Abteilungsleiter mit mir sprechen . Dabei meinte er : " Was haben Sie denn mit dem Herrn Schneider besprochen ? Die Kollegen sagten : Sie haben philosophische Gespräche geführt . " Ich erläuterte ihm inhaltlich was wir thematisiert haben . Er : " Da kann ich nur staunen . Mit solchen Themen habe ich mich nicht befaßt . Ich bin ein praktischer Mensch . Leider muß ich Herrn Schneider entlassen , weil er trotz wiederholter Ermahnung weiter bei der Arbeit Alkohol trinkt ." --
Ich hatte das natürlich beobachtet , aber  damals gedacht , dass er seine Probleme über die er mit mir sprach anders nicht bewältigen konnte . Er war einer der vielen Menschen , die keinen Anschluß fanden , aber über die  jede Gesellschaft nach dem Gesetz der großen Zahl den Mantel des Schweigens deckt .

GESUNDHEITSDIENST

Gelegentlich möchte ich gern wissen wieviel jungen Leute es so geht, wie es mir erging . Auf der Suche nach der eigenen sinnvollen Aufgabe , war ich innerlich ziemlich hilflos . Aber ich war der introvertierte Typ , der niemanden  damit belastete  . In der so genannten facebook- Generation sind es die extroverierten Charaktere , die kleinste , oft unwichtige Details von sich geben . Das nennt man momentan Soziale Netzwerke . Selbst wenn ich das Positive der virtuellen Kontakte durchaus sehe , überwiegen die negativen Aspekte .- Jeder benötigt auch Zeit für die gedankliche Selbstfindung , um verantwortlich das Berufsleben zu beginnen oder fortzusetzen  . Wer die Zeit damit verschwendet Kontakte im Internet zu suchen ,  dem fehlt die Zeit sich auf seine existenzielle Lebensgrundlage zu kümmern . -
                                         NUTZE DIE ZEIT
ist ein altes , aber weiterhin gültiges Sprichwort .

Ich verfügte über eine gute Intuition , die mir schon mitunter geholfen hatte . Wenn ich auf diese ,manchmal warnende Stimme nicht hörte , habe ich auf Fehler gemacht , die ich später bereuen mußte . Jedenfalls wurde mir klar , dass die FABRIKARBEIT für mich keine Lebensaufgabe darstellte .  In einer glücklichen Fügung  fand ich ein Stellenangebot in der Presse für den Gesundheitsdienst . Ich bewarb mich und wurde genommen .In der Ausbildung erhielten wir neben Kost und Wohnung 12O,-DM . Dies erwähne ich  , damit Jüngere lesen , wie sich die Ansprüche geändert haben. Denn staatliche Beihilfen gab es natürlich nicht . Gleichzeitig war es im Gesundheitsdienst üblich zwischen 5O und 6O Wochenstunden zu arbeiten . Das machte mir nichts aus , denn in der Fabrik war es üblich 12 Stunden Schichten zu arbeiten . In einem Jugendkreis erwähnte einmal ein Gleichaltriger , dass sein Vater meinte :` In absehbarer Zukunft käme die 35 Stundenwoche ` .
Wir Zuhörer glaubten dieser Prognose nicht . Der Kumpel aber bekräftigte diese Meinung , weil er meinte : "Mein Vater kennt sich in der Wirtschaft aus ."

Nun waren wir an die dreißig junge Nebeneinsteiger in einer weiteren oder ersten  Ausbildung , die bisher nicht den Beruf gefunden hatten , der ihnen zusagte .In der Gesamtentwicklung innerhalb der Bundesrepublik wurde die Belastung von - wahrscheinlich Millionen - in den fünfziger Jahren als politisch unwichtig abgetan . Weil die Wirtschaft wuchs und die Mehrheit ihren Nachholbedarf stillen wollte und mußte , kam bald das Motto vom Wirtschaftswunder auf . - Für mich und die Menschen , die ich erlebte war es Maloche pur , was sich in den erwähnten Wochenarbeitsstunden  ausdrückte .
Aber alle waren gewohnt lange zu arbeiten , so dass niemand wirklich protestierte . Es war schon ein Fortschritt als die Gewerkschaft die 48 Stunden Woche forderte .

ERWERBSMINDERUNG

Der untersuchende Arzt meinte : " Sie werden sehen , ob Sie das ständige Gehen " durchhalten . Dabei hatte ich mich bereits vor Jahren kundig machen wollen , wieviel Erwerbs-
minderung ich hinzunehmen hatte . In meinem naiven , unwissenden Verhalten überlegte ich , dass mir das Sozialamt sicherlich Auskunft geben könnte . Da man mir nichts ansah , wurde ich regelrecht von Tür zu Tür geschickt und landete beim Abteilungsleiter , wie ich auf dem Türschild lesen konnte . Dieser Mann warf sich autoritär in die Brust und kanzelte mich ab , was ich mir denn einbildete : " Sie wollen wohl Sozialleistungen UNBERECHTIGT kassieren " , sagte er inhaltlich .Natürlich habe ich den direkten Wortlaut vergessen . Aber mein Anliegen wurde überhaupt nicht gehört , weil man offensichtlich meinte : Einen gesunden jungen Mann müsse man massiv die Meinung sagen .
Später habe ich solche burschikosen bürokratischen Antworten mehrmals bekommen , so dass ich sachlich sagen kann .
  DIE DEUTSCHE BÜROKRATIE IST INHALTLICH UNBEWEGLICH UND STRIKT AUF IHRE
  VORGÄNGE FIXIERT !
Der Betroffene muß selbst sehen , ob er die Antwort akzeptiert oder nach einer anderen Antwort sucht . Aus diesen Erfahrungen resultiert meine Einsicht :
Bei ernsten Problemen sollte jeder einen Rechtsanwalt befragen , denn der unbedarfte Bürger  wird von der Bürokratie nicht ernstgenommen . Die Kosten für die Rechtsberatung scheunen jedoch die meisten , so dass sie nach dem Motto handeln: Es wird schon alles gut gehen .
Bei mir hätte man sagen können : Ich sehe zwar keine Behinderung , aber wir sind nicht zuständig . Wenden Sie sich ans Gesundheitsamt .-- Folglich muß jeder auch heute noch die richtige Zuständigkeit herausfinden , wenn er nicht unnötige negative Erfahrungen machen will .-- Gerade in Deutschland ist die Bürokratie als Ordnungsfaktor mindestens seit der Preußenherrschaft unabhängig von der politischen Führung unglaublich stark ausgebaut worden . Eine Reduzierung der bürokratischen Maßnahmen wird zwar oft angemahnt , geschieht aber nicht , weil die Politik parteiunabhängig weiß , wie ihr dadurch das Regieren , die Machtausübung leichter gemacht wird . Oft kann gesagt werden , dass sind eben die Verordnungen usf.

Nachdem ich mich einige Zeit über die Reaktion geärgert hatte , fiel mir ein : Das Gesundheitsamt müßte dir eigentlich Auskunft geben . Mein Anliegen wurde sofort verstanden und nach der Untersuchung wurde ich mit 25% Erwerbsminderung eingestuft . Damit wurde von amtsärtzlicher Sicht bestätigt , dass ich zwar kein förderungswürdiger körperlich Behinderter war , aber ich eine dauerhaft eingeschränkte Gehbehinderung habe . Diese wurde im Laufe des Berufslebens auf 4O% erhöht . Insofern kann ich sagen , dass ich mich sofort aufgrund der Krankheitsfolgen als Grenzgänger fühlen konnte . Praktisch alle Sportarten waren für mich nicht als Hobby umzusetzen . Vehement setzte ich mich innerlich gegen den Spruch :" Im gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist " , zur Wehr .-- Was konnte ich dafür , dass ich durch die Krankheit eine Gehbehinderung bekommen hatte ?--
Nur bei weiteren Wegen konnte man sehen , dass ich einen schlürfenden Gang hatte . Als mich ein junger Pastor sah , meinte er mich kritiseren zu können , wir hatten vorher schon im Krankenzimmer ernste Gespräche geführt . Jetzt meinte er : "Heute gehen Sie aber ganz fürchterlich ."  " Danken Sie Gott , dass Sie gesunde Beine haben " , war meine barsche Antwort , die ich mir für solche Kritik zurückgelegt hatte . Nun war er seinerseits erstaunt und fragte : "Wieso , was meinen Sie?" --- Als ich ihm meine Geschichte erzählt hatte , entschuldigte er sich wiederholt .-- Ich erwähne das Beispiel , weil es typisch für unsere Vorurteile ist . Er fragte nicht : " Haben Sie etwas am Bein " , sondern kanzelte mich wegen meinem schlechten Gang selbstsicher ab . Immer wieder ist zu beobachten , dass die meisten Menschen das Fragen verlernen , sondern glauben bereits alles zu wissen . Ähnlich verhält es sich mit neuen Einsichten . Ein Kunstwerk kann man sehen und schön oder weniger schön finden . Neue Argumente muß jeder bewußt nachvollziehen und auch in den Zusammenhang stellen , wie sie gedacht sind . Einer dieser von mir gefundenen Sätze ist :
   Die geistige Nichtauseinandersetzung mit einzelnen Problemen verhindert , dass wir neue Argumente erkennen und verstehen lernen . Diese Einsicht wurde für mich durch die Geschichte des Kaspar Hauser bestätigt . Deshalb sage ich : Viele leben bezüglich vielen gegenwärtigen Problemen in einer partiellen Kaspar Hauser - Mentalität . Das Findelkind mußte mühsam denken und sprechen lernen . Er soll sogar künstlerisch begabt gewesen sein . -- Die Mehrheit hat gegenwärtig soviele virtuellen Ablenkungsmöglichkeiten , dass sie sich selbst die Zeit stiehlt und viele verhindern so , dass sie neue Einsichten gewinnen können , um  das eigene Bewußtsein zu erweitern .

DIE AUFGABE

Jeder Mensch benötigt eine Aufgabe , selbst wenn diese noch so klein ist . Es ist deshalb nicht zu verstehen , dass die momentane Politik dies nicht ausreichend für junge Leute in entsprechenden so genannten Instrumenten berücksichtigt . Eine Erklärung liegt nahe : Alle die politisch Verantwortung haben selbst nie erlebt , keine Berufswahl zu haben . Meistens wurden ihnen die Türen durch Beziehungen geöffnet . Sie mußten lediglich so klug sein diese Privilegien auszufüllen .

Nun konnte ich anderen helfen und wurde von meinen eigenen Konflikten abgelenkt . Gleichzeitig konnte ich völlig unterschiedliche Charaktere beobachten und erleben . Später verfaßte ich die Studie . " Erkenne Deine Seele" . Darin erläutere ich ergänzend zu den bekannten Charaktertypen , dass wir unbewußte seelische Anlagen haben , die so niemand bisher beschrieben hat . Es ist das empirische Ergebnis meines Nachdenkens . Wenn ich daran denke , dass sehr viele dauernd abgespielte Songs im eigentlichen Sinn vertonte Lebensweisheiten sind , habe ich mit meinen Texten eine nachhaltige Leistung erbracht . Diese kann jeder nutzen , wenn er meine gesondert vorhandenen Skripte anfordert .

Im Krankenhaus wurde auch thematisiert , wie die Grenzen zwischen normal und unnormal - also krank- verwischen können . Die Frage nach Genie oder Wahnsinn steht oft im Raum . Meine geistige Auseinandersetzung berührte ständig die familiäre und allgemeine Situation in der jüngsten pervertierten politischen Vergangenheit . Allgemein wird ständig darüber getextet , dass ich mir Details ersparen kann . Für mich war die Vergangenheit eine Last , die mich lange geistig beschäftigte . Aber nun hatte ich auch die Existenz gefunden , die jeder benötigt um sozial überleben zu können .

DIE EXISTENZ

Selbstverständlich habe ich in meiner Freizeit viel gelesen . In der Fabrik las ich während der Webstuhl das Schiff durch das Fach hin und her flog . Die Kollegen fanden das unmöglich und hinderten mich daran . Warum zeigen viele Menschen kein geistiges Interesse , fragte ich mich . Darauf basiert mein gesamtes Suchen und die  gefundene Konzeption , die ich weitergeben möchte . Es gibt geistige Axiome - nicht belegbare Lebensgrundsätze - , die nahezu jeder kennt , aber gedanklich gar nicht hinterfragt werden .

Dazu gehört , dass wir mehrheitlich die kategorische Priorität der Existenz leben , ohne das dies vielen bewußt ist . Diese bedingungslose Vorrangigkeit der Existenz sagt : Es genügt wenn ich einen Job /Beruf habe und darin gut verdiene . Wer sich darüber hinaus für eine Sache einsetzt , der wird als Träumer oder gar Fantast bezeichnet . Ohne es zu ahnen gehörte mein Vater zu jenen Menschen , die für sich die berufliche Existenz relativieren , weil sie für ein Ideal einstehen . Dass dies nach dem Krieg völlig anders  gesehen wurde , trug wesentlich dazu bei  , dass er an diesem Zwiespalt zerbrochen ist . -- Auf einmal galt alles nichts wofür er sich über Jahre eingesetzt hatte .  Schlimmer noch : Er hatte sich für eine perverse Politik eingesetzt . Es ist wichtig zu betonen , was ich bereits andeutete: Es muß jedem die Sache XY bewußt sein , um etwas einzusehen bzw. zu verändern . Der Blickwinkel meines Vaters war so idealistisch gestrickt , dass er die destruktive Politik gar nicht erkannte . Das Opfer der eigenen Existenz war nicht allein sinnlos , sondern wurde von einer diabolischen Politik mit Füßen getreten .

Es war für mich eine intuitive Einsicht , dass ich eine existenzielle Basis benötige und das Forschen nach Antworten nebenbei betreiben sollte .Dabei stellte ich fest , dass eine wissenschaftliche Arbeit ohne die praktische Erfahrung durchgeführt wird . Klar ist : In der Naturwissenschaft führen Experimente zum Ziel .- Es dürfte deutlich geworden sein , dass ich von den zwischenmenschlichen Bereichen schreibe . -- Aber wo gibt es in der Psychologie , der Philosophie die empirischen Inhalte ? -- Es wird eine Theorie gelehrt und übernommen , aber die praktischen Kenntnisse erfolgen bestenfalls nachträglich , wie in der Psychologie . Bei allem Respekt für die beachtlichen Einsichten  vieler Philosophen bleiben es stets theoretische Denkgebäude .--- Dies ist ein wichtiger Grund dafür , dass kein Philosoph für die politisch Verantwortlichen als Ratgeber fungiert .-- Diese Begrenzung war den griechischen Gelehrten bereits bekannt . Damit wird ebenso deutlich , dass wir Menschen geistig begrenzt sind und bleiben . Allerdings kann sich unser Bewußtsein durch neue Erkenntnisse weiten . Als Stichwort nenne ich die Aufklärung . Trotzdem sollten wir das Wort des Sokrates gedanklich mitschwingen lassen : " Ich weiß , dass ich nichts weiß ."

Denn die Aufklärung hat zunächst die geistige Freiheit des Menschen benennen wollen . Was sagte sie inhaltlich zu der existenziellen Unfreiheit der Mehrheit ; den menschenunwürdigenden Lebensbedingungen der meisten ? - Darin hat sie versagt !  Und da wir ein theoretisch überlastetes Bildungssystem haben , scheint dies überhaupt niemanden zu stören . D.h. in der existenziellen Konsequenz : Die Mehrheit wird weiterhin als gefügige Masse gesehen und politisch so behandelt . Wenn wir den Zeitsprung machen und uns 2O11 anschauen , wie Menschen gegen die Diktaturen aufbegehren , dann verteidigt sich die Politik in den demokratischen Ländern und verweist auf den eigenen Fortschritt .

Dieser soll gar nicht bestritten werden . Aber eine Poltik , die imaginäre Klassen zuläßt und sich so verhält als würde sich die Mehrheit damit abfinden Steigbügelhalter für eine scheinbare Bildungselite zu sein ist geistig und strukturell reformunwillig . Wir können nur wünschen ,dass sie nicht reformunfähig ist . Die Wahlgesetze wurden so komplex , dass sie kaum echte Chancen für eine Bürgerbeteiligung bieten , wie dies kürzlich von der Bundeskanzlerin angemahnt wurde . Dabei stellt sich die Frage : Sind dies Schaufensterreden oder lassen solche Aussagen ein Schuldgefühl aufblitzen , dass diesbezüglich viel zu wenig praktiziert wird .
DIE EXISTENZIELLE VORRANGIGKEIT DES EINZELNEN VERHINDERT, DASS EINE GEMEINSAME SOLIDARISCH GEPRÄGTE LEBENSFORMEL GEFUNDEN WURDE !
Das Grundgesetz ist eine Richtschnur , aber ist längst so durchlöchert , dass es lebensnah korrigiert werden sollte . Dies geschieht deshalb nicht , weil die politische
und wirtschaftliche Klasse ihre Privilegien ausreichend nutzen und ausbauen können . Nur ein grundsätzlicher Strukturwandel könnte mehr solidarische Glaubwürdigkeit bringen .
Es wäre ein Paradigmen - Wechsel der vorhandenen Denkmodelle erforderlich . Wer aber elitär zufrieden ist , erkennt gar nicht die überfälligen strukturellen Reformen .

SCHREIBEN

Schreiben wurde für mich zu einem wichtigen Instrument geistiger Auseinandersetzung mit allen Fragen , die mir begegneten . Selbst bekannte Autoren gestanden , dass Schreiben für sie der Weg war sich selbst zu helfen . Die schriftlich fixierten Emotionen werden in sachliche Gedanken umgewandelt , die wiederum neue sachliche Argumente beinhalten konnten . Das Ziel für mich war ein offenes , aber abgerundetes gesellschaftliches Konzept zu erarbeiten , welches die natürliche Vernunft beinhaltet . Dieses ist mir gelungen und liegt unveröffentlicht vor . In der Fülle der schriftlichen Ausarbeitungen werden innovative praktische Konzepte gar nicht wahrgenommen . Obwohl drei Bücher von mir vorliegen , bin ich längst dazu übergegangen durch Leserbriefe meine nachhaltig wirkenden Argumente in kurzen Artikeln zu veröffentlichen .
Weil es mir stets um eine Mitteilung geht , bin ich kein Vielschreiber . Ich bin selbstkritisch genug ,so  dass ich mich auf meine Aussagen konzentriere . So erkenne ich längst , wenn viele Worte benutzt werden , ohne wirklich etwas auszusagen . Meine generelle konstruktive Kritik beinhaltet , dass wir öffentlich zu oft hinnehmen müssen , wie uns dialektisch eine politische Entscheidung erklärt wird , die noch kurz vorher beinahe entgegengesetzt lautete . Beispiele dafür gibt es zigfach . Aber um dies sachlich nachzuvollziehen erläutere ich das an einem großen , allgemeinen Problem . Gerade in diesen Tagen will uns ein Uni-Professor klarmachen , das ein Steuersatz von 25% für alle gerechter sei als die bisher üblichen unterschiedlichen Steuersätze . Diese These vertrat er bereits seit Jahren , aber inhaltlich ist diese - langfristig betrachtet - unverantworrtlich . Der Wettbewerb ermöglicht es seit eh und je , dass die Firma X Gewinne anhäuft . Die Firmenleitung rechnet sich diese als ihre Leistung an , dass aber die eigentlichen Leistungserbringer hunderte , oft tausende Mitarbeiter sind , wird überwiegend relativiert . Diesen wird ein Lohn Y zugestanden und für angemessen gehalten . Auf die angegebene Thematik bezogen heißt das : Die gut verdienenden Firmen und deren Manger könnten gesetzlich gewollt noch mehr Vermögen anhäufen als dies beim gegenwärtigen Steuersatz möglich ist . Es ist nicht beabsichtigt eine Steuerdebatte zu führen . Das Beispiel soll zeigen , dass auch kluge Personen Vorschläge machen können , die nur einer Minderheit nutzen , obwohl dies besagter Fachmann bestreitet . Für mich ist so ein Modell lebensfremd . Dabei sollte uns die gemeinsame Lebensformel bewußt machen :
Je mehr wir soziale Ungerechtigkeiten schaffen , um so eher und schneller steuert die Gesellschaft auf eine weitere Kluft der Klassen zu , die bald unüberbrückbar sein  und zu gewaltigen Konflikten führen könnten .
Es liegen zwei Essays vor : Eins über die Ursachen der Arbeitslosigkeit und das 2. Über Gewaltlosigkeit . Beide können - solange Vorrat reicht - kostenlos abgerufen werden .Die Ausarbeitungen ermöglichen den 1.Eindruck über meine Argumente und meine gezielte Konzeption . Diese ist bereits in meinem 1. Buch GOETHE UND KEIN BISSCHEN KLÜGER ? ... , zusammengefaßt . Der Inhalt ist noch aktuell , auch wenn ich einzelne Formulierungen anders wählen würde . Das Buch umfaßt 168 S . und kann -  soweit noch vorrätig - gegen Rückporto und eine freiwillige Spende  angefordert werden .
hubertlaufer@aol.com


LEISTUNG  

Der Begriff Leistung gehört zu jenen zwischenmenschenlichen Axiomen , die beinahe jeder anders erläutern könnte . Zunächst erinnere ich daran , dass unser Sozialsystem verkürzt sagt : Jeder erhält später die Rente , die er sich aufgrund beruflicher Leistung verdient hat . Dabei bleibt unbestritten , dass der Gesetzgeber die Höhe des Verdienstes als Beleg sieht  . Klar ist , dass eine andere Definition ein anderes Denken voraussetzen müßte . Als Beispiel erwähne ich den Mindestlohn . Dieser wird inzwischen politisch und gesetzlich umgesetzt .Trotzdem wird noch dagegen . Grob skizziert kann ich festhalten : Viele Dienstleistungen werden als geringfügige Arbeit eingestuft , so dass diese gering bezahlt werden . In der Konsequenz wird nun angenommen , dass die betreffenden Arbeitnehmer weniger als andere leisten .- Dabei fällt mir auf , dass etwa Akkordarbeit oft nur aus wenigen Handgriffen besteht , aber - bezogen auf den Leistungsbegriff - als gute Leistung eingeordnet wird und somit angemessen bezahlt wird . Dagegen wurde der Frisörberuf so abgewertet , dass dieser auch durch die Bezahlung als gringfügige Leistung eingestuft wird .- Dabei berücksichtige ich , dass etwa in der Fabrik die Leistung durch die Produktion der Maschine gesteigert wird . Aber sachlich betrachtet , leistet der Mensch nicht mehr . Dies ist ein gutes Beispiel dafür wie subjektiv unser Leistungsbegriff ist . Und niemand kritisiert diesen öffentlich.

Ich selbst war im Gesundheitsdienst tätig und erlebte , dass dieser im Verhältnis nicht angemessen bezahlt wurde und immer noch nicht wird . Ich bin diesbzüglich ohne Neidgefühle anderen gegenüber . Aber im Folgenden geht es mir darum gesellschaftliche Defizite aufzuzählen . Da sagte einst der Gesetzgeber :" Damit die Angestellten zum Nachtdienst bereit sind , geben wir einen Zuschlag und gewähren einen Steuerfreibetrag . "  Seit Längerem heißt nun das Argument : " Das sind ungerechtfertigte Privilegien , die abgebaut werden sollten ." Wer so argumentiert zeigt , dass er nie Nachtarbeit geleistet hat und somit auch nicht weiß , wie diese körperlich und psychisch belastend sein kann . Gelegentlich wird das natürlich erwähnt , aber von den politisch Verantwortlichen als unwichtig bezeichnet .
Auf diese Weise werden soziale Ungerechtigkeiten geschaffen und festgeschrieben , ohne dass sich Betroffene dagegen wehren können .  
 
SOZIALE GLEICHBERECHTIGUNG .

Natürlich weiß ich , dass dies ein Traum ist . Aber ohne Visionen werden keine neuen Akzente gesetzt . Während ich diese Gedanken festhalte , werden die Medien nicht müde uns mitzuteilen  , dass die Wirtschaft gute Erfolge erzielt hat und hohe Gewinne einfährt . Beinahe unerwähnt bleibt , dass es nicht allein die Qualität der Produkte ist , die das erfreuliche Ergebnis (2O13) erzielen . Es sind die Millionen Arbeitnehmer , die diesen Boom durch ihren Einsatz möglich machten . Trotzdem werden sie nicht angemessen am Gewinn beteiligt . In einzelnen Firmen wird diese zwar praktiziert . Aber dies ist längst nicht durchgängig der Fall . Was gesetzlich nicht geregelt ist , wird oft mit durchsichtigen Ausreden entschuldigt . In der Konsequenz müßten die Gewinne entsprechend besteuert werden , damit auf diesem Wege der Staat entlastet  wird bzw. seine Aufgaben bezahlen kann . Die derzeitige Euro-Krise verdeutlicht einmal mehr , dass auch in anderen Ländern keine ausreichende Steuerpflicht für hohe Einkommen bzw. Gewinne  vorhanden ist .
Will ich dies Problem sachlich beschreiben , muß ich einsehen , dass die Philosophie des Geldes die soziale Ungleichheit vertieft , statt diese zu verringern .
Besonders krass wird das an den Spitzengehältern von Managern sichtbar . Bis zum 2OO fachen des Durchschnittsverdienstes erhalten solche Personen . Wer ist fähig so viel mehr zu leisten ? Sofort wird nachgeschoben : In den USA sind die Spitzengehälter noch höher und keiner regt sich auf . Wieso muß das denn richtig sein ? Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten , hat die eigene Begrenzung erreicht : Es ist beinahe zahlungsunfähig ? Noch weiß keiner , welche Konsequenzen dies für die Weltwirtschaft haben kann .
Eins ist schon sicher : Die soziale Ungleichheit wird zunehmen , weil die politische Klasse einen wichtigen Grundsatz verlassen hat , der inhaltlich lautet :
Die Politik sollte nie vergessen , dass alle also auch sie selbst einer gemeinsamen LEBENSFORMEL unterliegen . In der Konsequenz heißt das : Wenn die Grundlage der globalen Verantwortung verlassen wird , könnte dies zu großen gesellschaftlichen Verwerfungen auch in den noch als stabil geltenden Staaten kommen .
Dieses Ziel ist Aufgabe und Auftrag . In der Praxis sind die Grenzen des Wettbewerbs zu beachten . Dazu gehört , dass innenpolitisch für eine soziale Gerechtigkeit gesorgt wird .
Schließlich gibt es große Gruppen von Arbeitnehmern , die aufgrund der ausgeübten Dienstleistung gar nicht in die Nähe der Gewinnbeteiligung geraten . Folglich sind hier Steuererleichterungen und Mindestlöhne Stichwörter , die das Problem darstellen . Da wird gesagt , was nicht falsch ist : Viele untere Einkommen zahlen gar keine Steuern . Na und sage ich : Das beweist doch nur , dass viele Arbeitnehmer nicht genügend Lohn für ihren Einsatz erhalten . Statt dessen wird das hohe Lied der Gewinnmaximierung gesungen . Dass dies ein Beispiel für den Zynismus ist , der wirtschaftspolitisch gilt , wird scheinbar gar nicht wahrgenommen .

INDIVIDUALISMUS

Mein Lebensweg ist zu verstehen , wenn akzeptiert wird , dass ich einen individuellen Weg suchte und fand  , zufrieden und erfüllt die Aufgaben umzusetzen , die ich mir gestellt hatte . Dabei ging es zunächst darum die Emotionen distanziert und selbstkritisch zu beherrschen . Das gelang mir indem ich bereits früh zu schreiben begann . Aber wichtig blieb , dass ich im Vertrauen auf die Basis eines christlichen Glaubens lebte . Darin sind die sittlichen Wertmaßstäbe enthalten , die im Satz : "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst " , zusammengefaßt sind . Daraus hat sich mein Satz von der doppelten Verantwortung entwickelt ." ....wie dich selbst... " bedeutet , dass wir - der Einzelne , die Gemeinschaft , dieser zweiten Verantwortung im Denken und Handeln mehr Raum geben müssen .

Der gesellschaftlich favorisierte Individulalismus wurde so überhöht , dass er im Grunde zu einer egozentrischen Lebensphilosophie wurde . In der Tendenz können wir das täglich beobachten . " Was interessieren mich die Sorgen anderer " , ist inhaltlich ein laufend praktizierter Satz . Damit wird anschaulich belegt , dass wir die gemeinsame Lebensformel verlassen haben , die uns daran erinnern kann , dass jeder eingebunden ist in den Kreislauf gesellschaftlichen Handelns und gesellschaftlicher Verantwortung .
Lediglich wenn ein kranker Individualist furchbare Verbrechen anrichtet , werden die meisten aufgeschreckt . Deshalb bleibt es zwingend erforderlich , dass sich jeder an die vernünftigen Maxime einer natürlichen Solidarität untereinander hält und diese durch das Handeln stärkt und ausbaut .

SOZIALE KOMPETENZ

Der übertriebene Individualismus kann verhindern , dass wir uns eine angemessene soziale Kompetenz aneignen . Letztere besagt , dass wir selbstverständlich auch den anderen in unser Denken einbeziehen . Jeder ist erfreut , wenn seine Leistung und privaten Angaben beachtet werden . Wem aber die soziale Kompetenz fehlt , der beachtet bei anderen nicht , was er für sich beanpsrucht . Es fehlt auch bei den politisch und gesellschaftlich Handeln die soziale Kompetenz . Wäre dem nicht so , dann würden sie nicht so viele ungerechte staatliche Instrumente zulassen . Vielmehr würden sie sich daran erinnern , dass wir alle weltweit einer Lebensformel unterliegen . Diese besagt , wenn wir den roten Faden sozialer Verantwortung verlieren , dann meinen die dafür Verantwortlichen , dass sie aus Machtkalkül die Basis der Solidarität verlassen dürfen , um das Ziel X zu erreichen . Wenn wir jedoch an die gemeinsame Lebensformel denken , die besagt , dass unser Handeln direkt oder indirekt auf uns zurückkommt dann verzichten wir aus Verantwortung auf mögliche Machtausübung . Solche vielleicht abstrakte Formulierungen können an praktischen Beispielen verdeutlicht werden .
Dazu wähle ich die Finanzmarktsituation . Nur wenige werden noch den Überblick haben . Aber wir wissen , dass große global operierende Finanzdienstleister an der Politik vorbei agiert haben . Welche Konsequenzen dies für alle hat , wissen wir momentan noch nicht . Hätten aber deren Verantwortliche die gemeinsame Lebensformel vor Augen , wäre ihnen bewußt , dass sie sich selbst und den Gesellschaften Schaden zufügen . An dieser Einsicht mangelt es , sonst wäre die Gier nicht so gravierend hervor getreten . Deshalb benötigen  wir dringend einen geistigen , aber zeitgemäßen  national und international akzeptierten  modernen GESELLSCHAFTSVERTRAG , der die doppelte Verantwortung durch strukturelle Instrumente beinhaltet , ohne Ansehen der Person . Wer dies in Frage stellt , sollte sich die vielen - unnötigen - Details zwischen den Staaten betrachten .


DENKEN

Wer meine Argumente distanziert liest , wird feststellen , dass in den  Formulierungen eigenes Denken  erkennbar ist . Dazu beachten Sie die Vorgänge der Euro-Krise . Es genügt darauf hinzuweisen , dass die sachliche Vernunft in der Politik ein Buch mit sieben Siegeln ist . Allen Ernstes wird die Vereinbarung Ende Oktober 2O11 als besonders gelungen hingestellt . Welches Denken verbirgt sich dahinter ? Es ist der Versuch die finanzielle Hilfe für die Banken zu relativieren . Kompetente Kritiker bestätigen meine Meinung , dass niemand weiß wohin die Entwicklung führen wird .  Ein wichtiger Grund für die chaotische politische Führung bleibt , dass distanziertees Nachdenken vor der Euro-Einführung nicht stattgefunden hat . Die Politik wollte unbedingt die neue Währung . Dazu wäre zwingend erforderlich gewesen , dass fünf /sechs EU-Staaten eine politische Union mit allen Konsequenzen umgesetzt hätten . Alles was jetzt politisch durchgeführt wird , ist Flickschusterei . Bedauerlich bleibt , dass die Mehrheit - mindesten 95% der Menschen - das Fehlverhalten der Politik ausbaden müssen . Wenn wir im Bildungsauftrag wüßten , dass wir alle einer gemeinsamer Lebensformel unterliegen , wäre auch ein geistiger GESELLSCHAFTSVERTRAG möglich . Dieser würde verhindern , dass Politiker nach dem Motto handeln : " Nach uns die Sintflut ."

GESELLSCHAFTSVERTRAG  ist kein schriftlich festgelegter Rahmen , sondern eine geistige
Meßlatte an die sich alle Menschen und Staaten halten sollten . Schon im 18.Jahrhundert wurde ein Buch so genannt . Es genügt jetzt zu erwähnen , dass Rousseau darin den
Absolutismus kritisierte . Heute geht es darum die vielen Privilegien politisch zu sehen und abzubauen . Die Gleichheit aller vor dem Gesetz verschleiert den meisten , dass uns der geistige rote Faden in der Lebenswirklichkeit verloren gegangen ist . Während ich diese Zeilen schreibe , ist Stunden zuvor der Bundespräsident zurückgetreten . Ihm wird Vorteilsnahme vorgeworfen . Ähnlich wie früher auf den Marktplätzen hatten die Medien den Vorgang dauernd von allen Seiten beleuchtet .-17.O2.`12 . Wäre allen bewußt , dass wir  einer gemeinsamen Lebensformel unterliegen , würde auch ein Gesellschaftsvertrag bei solchen Konflikten berücksichtigt werden . D.h. etwa , dass sich alle an die Folgen solcher medialen Angriffe bewußt wären . Vielmehr beriefen sich alle auf ihre existenzielle Pflicht das Thema breit zu erläutern . Wo bleiben die Aufschreie , dass wir eine weltweite ,
oft menschenverachtende soziale Sklaverei beobachten und dulden ? Die Antwort scheint einfach :Weil uns - der Mehrheit - die Verantwortung für die globale Situation nur ansatzweise bewußt ist . Würde der Gesellschaftsvertrag als Vorstufe für eine Weltformel des Friedens und der sozialen Balance erkannt , könnten wir demütiger und gezielter aktiv werden  als wir das ständig beobachten müssen .

GESCHICHTLICHE LEGENDEN umfassend zuerörtern würde den Rahmen dieses Textes sprengen .Es können nicht sämtliche Ursachen für die geschichtliche Legendenbildung aufgezählt und näher  betrachtet werden  .Sicher ist , dass aus dem zeitlichen Abstand viele Vorgänge geschönt beschrieben oder überhaupt vergessen werden . Weil es am längsten zurückliegt und uns doch bis heute als Legende begleitet , erwähne ich die Demokratie der Griechen . Ständig wird gelehrt und unzählige Male behauptet : Die Griechen
haben die Demokratie erfunden . Dabei waren nur die vollwertigen Bürger stimmberechtigt , die so genannten Banausen waren nicht gemeint . Wenn wir aber alle Menschen als gleichberechtigt ansehen , war dies keine Demokratie , vielmehr ein Gesellschaftskompromiss alle vollwertigen Menschen einzubeziehen . Oder ist dies ein Grund dafür , dass es selbst den gegenwärtigen Demokratien bisher nicht gelang die grundgesetzliche Forderung nach Gleichheit wirklich umzusetzen ? Wer in der Frage eine Zumutung erkennen sollte , vergißt , dass es unzählige Beispiel dafür gibt , dass die in der Gleichheit verborgene Solidarität auf der Strecke bleibt . Ein Gesellschaftsvertrag würde uns dabei helfen  das bewußt zu machen .

MODERNE  LEHR - UND LERNMETHODE

Hauptsächlich möchte ich auf eine Lernmethode hinweisen , die gezielt und bewußt oder
aus Unkenntnis von einem unzutreffenden Menschenbild ausgeht . Ich meine die Lernmethode
nach der Kinder in der Schule zunächst so schreiben dürfen wie sie sprechen . Diese
Pädagogik hat natürlich ihren Namen , der aber unwichtig ist . Diese Schreibweise wurde
in den Grundschulen eingeführt , ohne dass dies öffentlich Außenstehenden bekannt wurde .
Wichtig bleibt , dass Kinder sofort wissen sollten , welche Schriftsprache üblich ist . Ein
unverzichtbarer Grund  dafür bleibt , dass viele Kinder später den Schalter nicht umlegen können und sich wundern , dass sie nun falsch schreiben . Das falsche Menschenbild besteht darin , dass die meisten  ungern lernen und so zufrieden sind , wenn sie anfangs weder richtig hören noch richtig schreiben können . Denn der "Hörvorgang" bei Kindern ist zunächst stets ungenau . Das sollte die Pädagogik  wissen . Deshalb bleibt die Frage :
Was will man damit erreichen ? Die Antwort ist unbefriedigend , wenn es heißt : Die Kinder
sollen Spaß am Lernen bekommen .  Wo ist das Leben spaßig ? Diese moderne Erziehungs -
bzw. Lernmethode kann dazu führen , dass die genauen Denkschritte nicht eingeübt werden ,
die vorliegen , wenn systematisch Schreiben gelehrt und gelernt wird .
Wollen wir - die öffentliche Meinung - den manipulierten Menschen , der selbständiges
Denken gar nicht einübt . Diese Methode ist und bleibt ein untauglicher Versuch Kindern
mehr Freude am Lernen zu versuchen . Denn die Enttäuschung ist danach umso stärker und
für viele verheerend , wenn sie einsehen - müssen - , dass sie in einer kindlich schönen
Traumwelt des spielerischen Lernens verharren durften .

BEWUSSTSEIN

Unser Denken prägt unser Bewusstsein . Deshalb bleibt es unverzichtbar , dass wir neue Ideen ,
Gedanken aufnehmen und nachvollziehen .
Meine Charakterstudie beinhaltet unsere unbewussten Charaktere , die ausführlich darin
beschrieben werden . Diese umfasst 1OO DIN A Seiten und ist per Mail bei mir anzufordern .
Zum Thema Verantwortungsbewusstsein kann auch die Steuervermeidung herangezogen werden .
"Viele Steuersünder zeigen sich selbst an , um einer Strafe zu entgehen ",heißt es .
Moment mal : Es scheint viele Firmen bzw. Privatpersonen zu geben , die ordentlich Geld
unversteuert in so genannte Steueroasen versteckt zu haben . Sind es dieselben Personen ,
die sich hierzulande über hohe Steuern beklagen ? Diesbezüglich ein für mich makabrer Witz .
" Es sei doch verständlich , dass nicht gern 4OO Millionen durch Steuern halbiert , wenn es
möglich ist Steuern zu sparen ."
Solche unerhörten Sprüche beleidigen jeden ehrlichen Steuerzahler . Es ist nahezu fahrlässig ,
wenn der Staat nicht ausreichend und konsequent dagegen vorgeht . Wer hat noch nie die
harte Forderung wegen winzigen Beträgen des Finanzamts erlebt ? Bei großen Steuerbetrügereien
ist es plötzlich nur eine Steuervermeidung .
An diesem Beispiel sehen wir , wie sehr unser Bewusstsein unter dem Verlust der gesellschaftlichen
Verantwortung Schaden nimmt .
Fortsetzung folgt
´
Erkenne ich meine Lebensformel ?

Stichworte : Egoismus oder ?



















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