Die menschliche Gemeinschaft braucht den Philosophierenden

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Die menschliche Gemeinschaft braucht den Philosophierenden

Beitrag  Hubert Laufer am Mi Jul 18, 2018 6:07 pm

Einen würdigen Abschluß fand die diesbezügliche Universitätswoche durch Prof.Dr.
Piepers Vortrag über das Thema: "Der Philosophierende in der modernen Welt."
- Vermutlich ist folgender Vortrag aus den 196Oiger Jahren.
Der Redner gab ein Bild vom Wesen und Wert der Philosophie und von der Stellung
des Philosophierenden in der Welt.

Der Philosophierende steht von je her als Fremdling in der Welt. So verstanden sich
schon die alten Philosophen wie Sokrates und Platon.Von Thales  von Milet erzählt
eine Anekdote, er sei einmal, als er die Sterne des Himmels betrachtete und
seinen Gedanken nachhing, ohne darauf zu achten, was ihm zu Füßen lag, in einen
Brunnen gefallen. Eine kluge, witzige Magd, die das sah, lachte ihn deswegen aus.
Dieses Bild trifft die Situation des Philosophierenden. Der im echten Sinne
Philosophierende ist gekennzeichnet durch seine Fremdheit in der Welt und die
Lächerlichkeit in ihren Augen. In der heutigen Zeit hat sich die Unstimmigkeit zwischen
der Welt des Alltags und der Philosophie verschärft. Der praktische Alltag beschäftigt
sich mit der Arbeit, dem Lebensunterhalt, politischen Problemen, dem Bild der Zukunft
durch die technischen Erfolge; er ist ausgerichtet auf den Nutzen.
Der Philosophierende hat eine andere Haltung, er fragt: Warum gibt es überhaupt
etwas? Was ist das Sein?- Alltag und Philosophie sind also unvergleichbar. Da der
Philosophierende in beiden Bereichen steht, haben Philosophen selbst den Versuch
gemacht sie einander anzunähern. Das musste jedoch zur Selbstzerstörung der
Philosophie führen. Bacon der Begründer des Empirismus, und Descartes, der
Begründer des Rationalismus ersetzen die theoretisch spekulative Philisophie durch
die praktische. Aber wer die Welt nur besitzen will, wer nur Nutzen sucht, kann sich
gar nicht Gedanken machen über das, was ist. Die zunehmende Verneinung  der
"theoria"- der schweigenden, vernehmenden Zuwendung zur Welt- so erklärte
der Redner, bewirkt also im letzten die Selbstzerstörung der Philosophie und zugleich
die daraus resultierende Erschwerung der Situation des Philosophierenden in der
heutigen Welt.- Man sieht nicht mehr ein, wozu die Philosophie gut ist. Mit den
griechischen Philosophen undThomas v. Aquin muß ihr Sinn in der "vita contemplativa"
gesucht werden, die notwendig ist zu Erhaltung des Suchens nach der Wahrheit und
somit zur Vervollkommung der Menschheit. Die Antwort auf die Frage: Was ist das Sein?
wird der Mensch nie finden. Aber es ist wichtig, das er sie immer wieder stellt, damit
er immer wieder einmal erschüttert wird von dem Geheimnis der Welt. In der
Bewältigung des alltäglichen Lebens ist dem Menschen aufgegeben, genau so aber ist
ihm aufgegeben,- will er wirklichlich und ganz Mensch sein- dann und wann einmal
diesen Bereich zu überschreiten., im philosophischen Akt des Staunens über das
Wunder. Damit führt das Philosophieren in den Bereich des Kultischen. Schon Platon
meinte deshalb, die Philosophie könnte nur inmitten der menschlichen Gemeincshaft
bleiben, wenn sie kultisch verstanden werde. Im Mittelpunkt des Kultes steht das
Opfer, das wiederum die Freiheit des Menschen begründet. Das zu erkennen und zu
realisieren, ist die Chance des heutigen Menschen.

Kommentar: Diese Zusammenfassung von Roswitha Laufer bleibt zeitlos wichtig.
Ich habe diese Nachdenklichkeit mit den momentanen psychologischen Kenntnissen
verbunden und bezeichne meine Alltagsphilosophie als
PRAKTISCHEN RELATIONISMUS!
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